Salomon liest fürs Münster-Derby

Fußball und Politik sind immer aktuell, und manchmal gibt’s beides sogar im Paket: An diesem Donnerstag las Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon im Berthold-Gymnasium eine Geschichte des Sportreporters und Fußballbegeisterten Oliver Welke. Die Kinder der Klasse 6b hatten den Besuch gewonnen, weil sie beim Münster-Derby der Freiburger Bürgerstiftung einen Monatspreis erlesen hatten.

Politiker bekommt man in Zeiten des Wahlkampfs genug zu sehen. Aber dass sich einer in ein Klassenzimmer auf einen Schulstuhl hockt und eine halbe Stunde lang vorliest, ist eher selten. Und Freiburgs Oberbürgermeister hat, wie alle anderen im Raum, sichtlich Spaß daran, was Oliver Welke unter dem Titel „Mein Feind, der Ball“ aus dem Leben eines Sportmoderators berichtet – auch wenn er zunächst den leisen Verdacht hegt, dass der Text vielleicht eher was für Jungs sein könnte. Aber nein, auch die Mädels hören zu und kichern, wenn der Oberbürgermeister über Welke vorliest, dass der nicht nur ein schlechtes Ballgefühl hat – sondern gar keines. Salomon dagegen hat ein Gespür für die Worte, die er liest. Alles andere wäre auch ungünstig, sitzt er doch in einem Raum mit 28 Münster-Derby-erprobten Leseprofis.

„Können Sie denn Fußball spielen?“ lautet eine der Fragen, die die Schülerinnen und Schüler der 6b nach dem Vorlesen an ihren Oberbürgermeister haben. „Besser als Oliver Welke war ich schon und ich habe auch als Student noch gekickt,“ erzählt der. Nach und nach beginnen die Fragen zu sprudeln: „Wie alt sind Sie?“ und „Lesen Sie gerne?“ und „Sind Sie gerne Oberbürgermeister?“. Die Antworten kommen sofort: „53.“ und „Ja! Ich lese ja den ganzen Tag irgendetwas, aber im Urlaub am liebsten ein schönes Buch.“ und „Ja, das ist mein Traumberuf.“ Als es dann darum geht, was so ein Amtsträger eigentlich macht, lädt Salomon kurzerhand alle interessierten Kinder ins Rathaus ein: „Dann zeige ich euch mal, was da den ganzen Tag passiert.“

Auch viele andere der 66 Münster-Derby-Klassen können sich noch auf ihre Preise freuen, zum Beispiel auf Stadtführungen oder eine Kanutour. Der Wettbewerb zwischen Schülern und Spendern – von der Freiburger Bürgerstiftung ins Leben gerufen – funktionierte ganz einfach: Schüler lasen möglichst viel, die Höhe der Buchrücken wurde addiert. Gleichzeitig spendeten Unternehmen, Vereine und Privatleute für den Freiburger Münsterturm – 100 Euro für 10 Zentimeter. Welche Gruppe als erstes die Spitze des Münsterturms von 116 Metern erreichen würde, sollte gewinnen. Die Schulklassen waren allerdings unerwartet schnell: Nach weniger als der Hälfte der Zeit hatten sie das Ziel bereits übertroffen – und lasen sich seitdem einfach „in den Himmel“. Bis zum Abschluss des Lesewettbewerbs kamen sie auf über 406 Meter – weit mehr als die dreifache Höhe des Münsterturmes.



Die Spender hielten diesen Ansturm nicht stand und müssen jetzt „nachsitzen“. Bis Ende Oktober bleibt das Spendenkonto offen. Alle können helfen, die bisher gespendeten 27.000 Euro aufzustocken. Jeder Betrag auf das Konto 233 903 02 bei der Volksbank Freiburg, BLZ 680 900 00 ist willkommen. Bitte bei einer Überweisung den Verwendungszweck „Münster-Derby“ eintragen.

Alle Infos zum Spenden finden Sie hier


 

 


 

       
 

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